So, nun ist er also 2 mein süßer Begleiter

Heute vor zwei Jahren, am 4.06.2009 wurde mein Diabetes manifestiert. Ich kann mich noch sehr gut an den Abend erinnern. Um 18.30 Uhr hatte ich den Termin beim Diabetologen. Durch ein großes Blutbild kam im Mai 2009 raus, dass mein Langzeitzucker zu hoch war, nämlich 11,4 %. Man man man… Aber ich hatte keine Annzeichen für einen Diabetes. Also bin ich abends zum Doc und der piekste mir als erstes in den Finger: 297 mg/dl. Dann guckte er mich an und sagte: „Ja, es tut mir leid, aber das ist auf jeden Fall ein Diabetes“. Hmm, er saß vor mir und wartete auf eine Reaktion von mir und hatte vermutet, dass ich anfage zu weinen oder irgendwas dergleichen, wie es wohl 90% seiner Patienten vor mir getan haben. Es passierte aber meinerseits nicht wirklich viel 🙂 Meine Antwort war recht nüchtern: „Ok, und was machen wir jetzt?“ Etwas irritiert meinte er dann „Ähm, das wäre jetzt der Moment wo Sie anfangen zu weinen oder zu fluchen“, wodrauf ich nur antwortete „und dann gehts wieder weg, ja?? Dann mach ich das jetzt…“. Er fing an zu lachen und meinte ich sei ein Sonnenschein und eine rheinische Frohnatur. Hat er ja nicht ganz Unrecht mit 🙂 Nach der Scherzerei folgte dann ein Monolog von ihm, der einfach nicht enden wollte. Er meinte es gut, als er mir die ganze Geschichte des Diabetes erzählt hat, aber das interessierte mich in dem Moment gar nicht. Irgendwann habe ich ihn dann auch charmant unterbrochen, nachdem er über ne Stunde mit Dingen um sich geworfen hatte, von denen ich noch nie was gehört hatte :-))  Ich meinte das sei ja alles gut und schön, aber mich würde nun mehr interessieren, wie es im hier und jetzt nun weiter geht. Da musste er lachen und brach seinen Monolg ab, welche Freude!! Ja, ich muss heute noch lachen, wenn ich dran zurück denke….
Und jetzt? Ja, jetzt sind zwei Jahre um seit dem Gespräch. Zwei Jahre in denen ich zwischendurch immer mal wieder geflucht habe und mich geärgert habe wenn die Werte nicht so wollten wie ich. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, dass es schon zwei Jahre sind, die Zeit rast. Viele gelernt habe ich in der Zeit, über mich, über meinen Körper und auch über die Krankheit. Und ich habe liebe Menschen kennen gelernt (ein Zwinkern nach Hannover) die mir Tipps gegeben und auch motiviert haben, wenn ich meine Werte ganz schrecklich fand 🙂
Da mein süßer Begleiter heute nun also 2 geworden ist, habe ich mir gedacht ich gönn uns mal was. Ich war es nämlich leid, immer zwei seperate Täschchen mitzuschleppen, eins für das Messgerät und Zubehör und eins für die Pens. Als ich heute unterwegs war, habe ich ein feines Kosmetiktäschchen gefunden, wo alles reinpasst und es sieht auch noch chic aus!! Habe jetzt alles fein umgepackt, das nächste Jahr kann also kommen!!

6 Comments So, nun ist er also 2 mein süßer Begleiter

  1. Steff 04/06/2011 at 19:37

    Respekt Mila! Ich habe meine Diagnose damals nicht mit solch einer Fassung getragen. Ich habe nur geweint. Das Schlimmste für mich war der Krankenhausaufenthalt. Fast drei Wochen Bad Bevensen. Mein Diätplan, der einen damals noch ausgehändigt wurde war richtig übel und ich habe in der Klinik fast nur Typ2er gesehen, teilweise ohne Bein, Fuß oder blind. Die haben mir vor Ort solche Angst gemacht, das war nicht schön. Aber damals war das noch anders… Gott sei Dank macht die Medizin Fortschritte. ich wünsche dir weiterhin alles Liebe und ich finde es super, wie du das alles meisterst! Gemeinsam sind wir stark ;). Drück dich!

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  2. Mila 05/06/2011 at 10:10

    Ojee, dann hattest Du aber auch wirklich keinen leichten Start 🙁 da wäre mir vermutlich auch nur zum heulen gewesen!! Ich war ja gar nicht im Krankenhaus. Wir haben das ambulant eingestellt, bzw. es gab ja gar nicht soo viel zum einstellen. Habe meinen Pen bekommen und damalas am ersten Wochenende morgens/mittags/abends 3 IE gespritzt. Da hat mein Doc mich am WE auch mehrfach angerufen und sich nach den Werten erkundigt. Nach dem WE habe ich dann bis letzten Sommer immer 4 IE gespritzt. Und seit Oktober habe ich den zweiten Pen um abends 6 IE Basal zu spritzen und tagsüber spritze ich jetzt 4/5,5/6,5. Immer noch nicht sooo viel 🙂
    Wie alt warst Du denn bei der Manifestation und wie kam es bei Dir raus? Ich war ja 27, das machte es „vielleicht“ auch ein bisschen einfacher, auch wenn ich damals immer dachte Typ 1 bekommt man in der Kindheit 😉 Tja, dem war wohl nicht so!!

    Drück Dich :-*

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  3. Steff 05/06/2011 at 14:50

    Hi Mila, also ich war 14, fast 15 Jahre. Schwieriges Alter ;). Welches Insulin spritzt du denn? Bei dir ist das alles anders, das meint der Arzt wahrscheinlich auch mit „Mischtyp“. Also ich hatte von Anfang an ein Basalinsulin, was ich einmal täglich gespritzt habe. Musste dann zusätzlich zu den Mahlzeiten je nach BEs, die ich zu mir genommen habe, geplante Aktivität den Bolus spritzen oder halt auch zum korrigieren der Werte. Wie viel und welches Insulin spritzt du beispielsweise, wenn du einen 250er Wert korrigierst? Sehr spannendes Thema ;), lerne auch gerade viel dazu ;). LG :-*

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  4. Mila 05/06/2011 at 16:14

    Hey Steffi,
    das war dann wirklich ein saublöder Zeitpunk 😉
    Ich spritze Berlinsulin, die festen Einheiten zum Essen (ich muss ja noch nicht rechnen obwohl ich das mittlerweile wohl auch könnte!!) und ich habe auch mein Basal von Berlin-Chemie. Der Doc meinte, es läge an der Remissionsphase, dass ich anfangs gar kein Basal gebraucht hätte. Und jetzt ist es ja auch nicht viel, es dient ja nur dazu, dass ich morgens nicht so hoch rauskomme. Hmm, also Werte um die 250 habe ich nur SEHR selten. Und dann lass ich sie entweder oder spritze 2 IE, damit ich mich nicht so matt fühle. Das entscheide ich aber spontan. Aber wie schon gesagt, kommt sehr selten vor, hatte ich diess Jahr im März, als ich 3 Wochen krank war, sonst eher nicht. Und Du, korrigierst Du dann immer? Das ist echt ein spannendes Thema, ich sauge auch jede Information in mich ein :-)) Studium neben dem Studium, hehe!!
    Lieben Gruß nach Hannover :-*

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  5. Steff 05/06/2011 at 16:24

    Ich korrigiere Pi mal Daumen, je nach dem was noch so ansteht (Sport) und ob Keto oder nicht. Auch nicht immer, nein. Ja das ist schon ein Studium neben dem Studium. Allerdings eins was nie endet. Studiere ja schon 14 Jahre ;). Hehe mein TR-Studium hab ich dann doch schneller abgeschlossen, Gott sei Dank. Was studierst du eigentlich noch mal?Alles Liebe

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  6. Mila 05/06/2011 at 16:33

    Ja, für das Pi mal Daumen hab ich mittleweile auch ein ganz gutes Gespür, wenn ich es mal brauche 🙂
    Mein Studium an der Uni wird auch kürzer, hehe. Soll nächtes Jahr auch fertig sein. Studiere Skandinavistik und Französisch, mit dem Ziel/Plan nach Beendigung des Studiums die Koffer zu packen und nach Norwegen zu gehen. Es bleibt also spannend!! 🙂
    LG!!

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