Category Diabetes

Ich sage dir ohne messen deinen BZ voraus

So oder so ähnlich muss die Überschrift zu diesem Post lauten. Nach nun 4 Jahren im Club der Süßen, weiß ich, wie mein Körper -in der Regal –  auf Kohlenhydrate reagiert, wie er auf mein Insulin reagiert und ich weiß auch, wie sich die Werte auf meine Stimmung und mein Verhalten auswirken können.

Die Menschen, die viel mit mir zu tun haben, merken es auch. So kam es schon mal vor, dass wenn der BZ leicht in den Keller geht meine Mutter liebevoll sagt „Du solltest mal deinen Blutzucker messen und dann n Keks essen“ 😀 Charmant, aber sie hat meistens Recht, Mütter eben. Meine Hollandmädels sagten einmal „jetzt wird sie bissig und garstig, wir sollten mal zusehen, dass sie was zu Essen bekommt“. Süß ist auch, dass einige Mädels nun immer Traubenzucker mit in der Tasche haben, wenn wir gemeinsam unterwegs sind und sie die BZ-Werte auch richtig zuordnen können, sprich ob sie gut oder schlecht sind.

Gestern ist allerdings etwas passiert, was mich doch sehr verblüfft hat. Da scheint mich jemand wirklich gut zu kennen und den DM auch bzw, kann er die Werte gut einordnen. Olli hat es tatsächlich geschafft, sogar zu sagen wie hoch mein BZ ist. Er hat an meiner Stimmung oder meinem Verhalten gemerkt, dass der BZ im 170er Bereich war und auch am Telefon bekommt er eigentlich noch vor mir mit, was mein BZ gerade macht, vor mir!

Ich finde das sehr spannend, faszinierend aber irgendwie auf eine Art auch beruhigend. Ich ziehe auf jeden Fall meinen Hut vor Dir, Chapeau! 😉

Einmal fluchen!!

Als wär das Wetter nicht schon ätzend genug, nein, mein süßer Begleiter muss nun auch noch rumzicken. Jeder der mich gut kennt, weiß – ich hasse das momentane Wetter. Alles was über 22 – 23 Grad bei Sonnenschein und blauem Himmel hinaus geht, freut mich gar nicht mehr und ich sehne mir den Herbst herbei.

Meinem Diabetes scheint das Wetter auch nicht wirklich zu passen oder der Gedanke daran, dass es morgen und übermorgen noch wärmer wird. Ständig tauchen irgendwelche BZ-Spitzen auf, gegen die ich aber auch nichts machen kann. Ich weiß schon gar nicht mehr,  wieviel Insulin ich in den letzten beiden Tagen in meinen Körper reingejagt habe, mit mäßigem bis gar keinem Erfolg. Da bleiben die Werte einfach mal konstant zwischen 250 mg/dl – 275 mg/dl stehen. Ganz toll!! Normalerweise überkommt mich dazu dann noch schlechte Laune, das war nur vorgestern der Fall. Gestern und heute geht es erstaunlich gut. Ich bin überrascht. Das Einzige was jetzt ist, ich bin sauer und frag mich mal wieder warum ich eigentlich abschätze/abwiege was ich esse, wenns letztendlich doch eh egal ist! Maaaaan! Da hat man die andere Baustelle wieder perfekt im Griff und dann sowas… Das ist doch echt zum Haare raufen!!

Su ne Daach…

brauch ich so schnell auch nicht wieder. Es war nämlich ein Scheißtag!

#wtfGut, mit 145 mg/dl wach werden ist jetzt noch nicht so dramatisch, wobei das für mich auch ziemlich ziemlich hoch ist. Hab dann schnell nur ein Brötchen gefrühstückt und statt meinen 4 IE, 1,5 IE mehr also 5,5 IE gespritzt, in der Hoffnung, dass der Blutzucker mittags dann wieder passt. Dem war nicht so. Ungefähr eine Stunde nach dem Frühstück, als ich mit meiner Mama verabredet war, wurde mir auf einmal total warm, das Sehen wurde anstrengender und ich hatte das Gefühl als sei ich total in Watte gepackt. Komisch, dachte ich mir –  aber da mir mein Kreislauf oft einen Streich spielt wenn es draußen warm und drückend ist, habe ich mir erst einmal nichts dabei gedacht. Als es aber auch nicht besser wurde, zückte ich doch einmal mein Messgerät und war ein wenig geschockt: 287 mg/dl. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so einen hohen Wert gemessen habe (2004 bei der Manifestation hatte ich 293 mg/dl wohlgemerkt) und bei dem Kommentar meiner Mama „Oh, das ist zu hoch, oder?“ musste ich aufpassen, dass ich ihr nicht den Hals umdrehe. Sowas hatte mir ja gerade noch gefehlt…!

Eigentlich wirkte auch noch das Insulin vom Frühstück, so dass ich mir dachte zu korrigieren wäre bestimmt nicht gut, aber die 287 mg/dl spukten so sehr in meinem Kopf rum, dass ich mit 2 IE korrigiert habe. Eine dreiviertel Stunde später war mein BZ dann auf 170 mg/dl runter, immer noch nicht perfekt – aber deutlich besser als der vorherige Wert und ich fühlte mich auch wieder besser. Nachdem ich dann zwei Stunden später wieder zu Hause war, war ich ein bisschen gereizt und ich dachte mir schon, dass der BZ jetzt wohl eher niedrig war und wollte so langsam etwas essen. Gemessen: 59 mg/dl. Na großartig! Also etwas gegessen, mit dem Bolus ein wenig gewartet und dann, ja dann hatte ich Spaß. Die Werte hielten sich für den Rest des Tages konstant um die 200 mg/dl. Ich habe keine Ahnung warum das so war, es ging mir aber ziemlich auf die Nerven, da korrigieren auch nicht wirklich half.

Gegen 23 Uhr hatte ich dann echt die Schnautze voll, habe seit Ewigkeiten mal wieder meine 6 IE Basal gespritzt und mich ins Bett gelegt. Ein wenig mulmig war mir ja schon, so dass ich erst einmal noch ne Weile wach war, aber irgendwann siegte die Müdigkeit und ich bin eingeschlafen. Heute morgen wurde ich dann mit 101 mg/dl wach. Also alles wieder im grünen Bereich. Was der Tag heute bringen wird, wird sich zeigen.. aber er „fühlt“ sich zumindest gut an 🙂

Menno!

2.10 Uhr!

Eigentlich wollte ich schon lange im Bett liegen. Aber wie das nun mal so ist: es kommt immer anders als man denkt. Erst erreicht einen eine E-Mail am späten Abend, die einen kurz explodieren lassen möchte; dann möchte man seinem Ärger Luft machen, sich Jemandem der einem wichtig ist mitteilen, was auch scheiterte und als Krönung tapst man leicht verwirrt durch die Wohnung um festzustellen, dass der liebe Blutzucker sich schon einmal dezent verabschiedet hat. 51 mg/dl – großartig! Da soll mir nochmal einer sagen, Aufregen oder Adrenalin lässt den BZ steigen.  Und nun? Ja nun sitze ich schlecht gelaunt auf der Couch, stopfe (unnötige) Kohlenhydrate in mich rein und könnte schreiend im Kreis rennen.

Ein Glück gibt es die Musik. Das Lied höre ich immer dann, wenn ich schreiend im Kreis rennen könnte. Eine ganz liebe Freundin hat mir das Lied mal geschickt und meinte: ich muss immer an Dich denken wenn ich höre. Und jetzt denke ich an diese liebe Freundin, die leider weit weg ist, mit der ich aber immer eine sehr lustige Zeit habe. Die schlechte Laune verfliegt zum Glück auch wieder und  wenn der liebe Blutzucker gleich auch brav mitmacht, komm ich wohl doch bald ins Bett und kann mir schon einmal den Wecker stellen um die überflüssigen KH morgen früh wieder abzulaufen.

In diesem Sinne: Gute Nacht!!